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. . . . und gerne mal ein Kommentar dalassen . . .

Donnerstag, 10. MĂ€rz 2016

Alles Gute zum Geburtstag mein Schatz

Hallo mein lieber Schatz,


Zu deinem 33./30. 👅 Geburtstag möchte ich dir etwas besonderes schenken.
Bei der Fahrschule Weber am Hallerplatz kannst du deinen FĂŒhrerschein-Unterricht in Englisch machen. 

Ich mache mir dir gemeinsam die Anmeldung und kĂŒmmere mich um alle Kosten.
Ich werde mir dir zusammen lernen und wir finden auch Wege, dass ich mir dir ĂŒben kann.

We have to check when you have time for the theory lessons (regular at monday or wednesday 6 to 7:30 p.m - extra apointments are extra costs) but this you can arrage with your working plan
14 different lessions are must

Practical lessions you have to make apointments with the teacher - how much depents on how much you need (there is am minimum duty by law) - when you you the apointments is flexible - so here nor problems

Exam are theory and if passed you cam make the driving exam.
All fees i will pay too

Medowɔ papaam and hope you like this present medofopa

And now: Fɛ ma no 💋

Mittwoch, 19. August 2015

Ich bin ein Gast auf Erden, verbirg deine Gebote nicht vor mir (Ps 119,19)


In Diskussionen komme ich sehr hÀufig zu dem Punkt, dass mir jemand Sachverhalte mit Wortherleitungen erklÀren will. Das ist manchmal sehr lustig, denn Wörter und Begriffe Àndern mit der Zeit oft ihre Bedeutungen.
So nĂŒtze es mir nix wenn ich mit einem Soldaten ĂŒber die Befehlskette diskutiere und damit argumentiere, dass der Marschall - einer der höchsten militĂ€rischen RĂ€nge - im frĂŒhen Mittelalter noch den Stalljungen und Pferdeknecht (althdeu. Marahscalc) bezeichnete.
Und das „toll“ vor hundert Jahren noch kein Kompliment, sondern eine Beleidigung war (nĂ€mlich verrĂŒckt, siehe Tollhaus) ist im Alltag unnĂŒtzes Wissen.
Die Zeit lĂ€sst sich nicht zurĂŒck drehen, auch wenn wir und das vielleicht manchmal wĂŒnschen.
Dennoch ist diese Nachforschung auf anderer Weise nicht nur interessant, sondern auch hilfreich.
Zum einen mal natĂŒrlich beim Verstehen alter Texte, Goethe, Shakespeare, Aristoteles und natĂŒrlich allem voran fĂŒr uns, DIE BIBEL. Was hat der alte Jude, der JĂŒnger, der Grieche darunter verstanden und was ist dann wohl damit gemeint? Keine gute Auslegung kommt ohne eine solche PrĂŒfung aus.
Zum anderen hilft es, unsere eigene Kultur und Geschichte zu verstehen und wie wir uns dahin entwickelt haben, wo wir heute stehen.

Wie sieht das denn mit der Gastfreundschaft aus?
Überraschenderweise leitet sich „Gast“ von einem Wort fĂŒr Fremdling ab. Und das griechische Wort fĂŒr Gastfreundschaft im NT heißt „philoxenia’ was buchstĂ€blich ‚fremdenfreundlich’ bedeutet.
Leider begrĂŒnden aktuell viele ihre Fremdenfeindlichkeit mit Ihrem christlichen Glauben.
Es ist kaum nachvollziehbar fĂŒr mich, wenn ich die Bibellese.
Klar gibt es im AT zu bestimmten Zeiten, Aufforderungen sich nicht mit anderen Kulturen zu vermischen und deren BrĂ€uche anzunehmen. Dabei handelt es sich um Zeiten wo die Juden im Exil waren, also sie waren die Fremden und waren in Gefahr ihre IdentitĂ€t zu verlieren: Das auserwĂ€hlte Volk war zerstreut - wenig Herausstellungsmerkmale, was damals sehr wichtig fĂŒr ihre IdentitĂ€t als abgesondertes heiliges Volk war. Die Assyrer waren auch beschnitten, der Tempeldienst unmöglich etc. So wurden der Sabbat und andere Gesetze das Mittel zur abgrenzenden IdentitĂ€tsstiftung. Jeremia hatte die Botschaft, bloß nicht in Ägypten Asyl zu suchen, denn der Auszug aus Ägypten war eines der wichtigsten identitĂ€tsstiftenden Ereignisse.
Aber genau dieser Auszug aus Ägypten war auch der Grund mit dem stets die Pflicht zur (im alten vorderen Orient eh unglaublich hochgehaltenen) Gastfreundschaft fĂŒr die Juden begrĂŒndet wurde, z.B. Ex 22,20 „Die Fremdlinge sollst du nicht bedrĂ€ngen und bedrĂŒcken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.“ Israel gilt auch im ‚eigenen Land’ als Gast, da das gelobte Land eigentlich Gottes Eigentum ist. Das Wort ‚HebrĂ€er’ heißt buchstĂ€blich „der Fremde von drĂŒben“, da Abraham Einwanderer aus Mesopotamien war.

Auch Christen sind nur Gast auf Erden
Wir Christen mĂŒssen uns nicht mehr absondern! Im Gegensatz zum Judentum sind wir eine missionierende Religion. Mission kann nicht ĂŒber Distanzierung laufen; wir gehen auf andere zu. „Nach der Gastfreundschaft trachtet“ Rö 12,13. Hier steht wieder ‚Fremdenfreundlichkeit’, also bezieht diese sich nicht nur auf die Christen, deren Nöte wir uns annehmen sollen. ’Nach etwas trachten’ heißt ein ‚aktives Suchen danach’ (Im Gegensatz zum Warten mit verschrĂ€nken Armen, ob es sich gĂŒnstig ergibt, dass vielleicht mal jemand kommt und Gast sein will).
Seit Zeiten des Talmud dĂŒrfte sich herum gesprochen haben, dass der NĂ€chste nicht der Lieblingsbruder oder die beste Freundin ist, die man eh am liebsten hat ist, sondern jeder der dir begegnet. „Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr fĂŒr Lohn haben? Tun so nicht auch die SĂŒnder? Und wenn ihr nur zu euren BrĂŒdern und Schwestern freundlich seid, was tut ihr besonderes? Tun nicht dasselbe auch die UnglĂ€ubigen? (Mt 5, 46f)
Was fĂŒr ein Zeugnis gebt ihr den Fremden, die zu euch kommen, wenn ihr euch als Christen zu erkennen zu geben versucht, indem eure IdentitĂ€t in der Abgrenzung und Anfeindung besteht? Der Erneuerer der Reformation Philipp Jakob Spener, schriebt vor 340 Jahren, dass sich die AndersglĂ€ubigen, die unter uns wohnen, darĂŒber zuallererst Ă€rgern: „Denn sie können nicht glauben, daß Es möglich sei, daß wir Christus fĂŒr einen wahren Gott halten, wenn wir seinen Geboten so gar nicht folgen. Oder es mĂŒsse unser Christus ein böser Mensch gewesen sein, wenn sie ihn und seine Lehre nach unserem Leben beurteilen.“ (Pia desideria S.37)[1]

Auf das alle unsere Freunde werden.
Dietrich Bonhoeffer beginnt sein Buch „Gemeinsames Leben“ (1938) mit der bemerkenswerten Feststellung, „ Es ist nichts SelbstverstĂ€ndliches fĂŒr den Christen, daß er unter Christen leben darf. Jesus Christus lebte mitten unter seinen Feinden. […]So gehört auch der Christ nicht in die Abgeschiedenheit eines klösterlichen Lebens, sondern mitten unter die Feinde. Dort hat er seine Auftrag, seine Arbeit.“
Dort sollen wir leben und lieben. Der jĂŒdische Theologe Pinchias Lapide schrieb ĂŒber die Passagen der Bergpredigt zur sog. ‚Feindesliebe’, der er den interessanten Begriff der „Entfeindungsliebe“ gab. FĂŒr ihn war das freundliche Zuwenden der Weg den Feind zum Freund zu machen. Im hebrĂ€ischen Text den Jesus da zitiert, steht eine grammatische Form (dativus ethicus) die etwa soviel bedeutet, wie „wende dich ihm liebend zu“. Es geht also nicht um ein GefĂŒhl, das wir aufbringen sollen, sondern um einen Akt, ein praktisches Handeln. Das macht aus Fremden und sogar Feinden irgendwann Freunde. Zumindest Ă€ndert sich mein Blick auf die, um die ich ‚freie’. Das ist ĂŒbrigens der Stamm des deutschen Wortes „Freund“, der den man freit, also um den man sich kĂŒmmert und umschwĂ€rmt. Wenn ich freiwillig eine weitere Meile mitgehe und zum Rock auch noch freiwillig den Mandel gebe (Mt, 5, 40f) schindet das Eindruck; evtl. beschĂ€mt es sogar und bewirkt eine Gegenleistung -und schon steht man nicht mehr als Feinde sondern als Partner gegenĂŒber - was im besten Fall zu einer Freundschaft ausgebaut werden kann. Gute Werke retten uns nicht, aber vielleicht den anderen, und sie deuten auf Christus.
So vergesst nicht Freunde der Fremden zu sein die zu euch kommen (Heb 13,1) und das ohne Murren (1Petr 4,9) auch wenn das „Freien um einen Fremden“ nicht immer einfach ist.

Wenn wir so zeugnishaft leben, brauchen wir auch keine Angst haben, dass eine andere Religion hier grĂ¶ĂŸer als unsere wird, denn so werden der christlichen Gemeinschaft tĂ€glich neue hinzugefĂŒgt.
Die als JĂŒdin geborene christliche Philosophin Edith Stein (gest. 1942 in Auschwitz) formulierte es so „FĂŒr Christen gibt es keine fremden Menschen. Es ist jeweils der NĂ€chste, den wir vor uns haben und der unserer am meisten bedarf; gleichgĂŒltig, ob er verwandt ist oder nicht, ob wir ihn mögen oder nicht, ob er der Hilfe moralisch wĂŒrdig ist oder nicht.“

So „refugees welcome“ - weil der Heiland es so will.
 Gastfreundschaft lĂ€sst das Abendland vielleicht mal wirklich christlich wirken.



[1] Genau das ist tatsĂ€chlich der Vorwurf vieler radikal-muslimischer Wahabiten an den Westen („christliches Abendland“?)

Mittwoch, 10. Juni 2015

Reflexion ĂŒber Toleranz



Was  befĂ€higt tolerant zu sein?
In der Physik bezeichnet „Toleranz“ den Bereich in dem Störungen ertragen werden können ohne die StabilitĂ€t einzubĂŒĂŸen.
Diese Definition bietet uns mehr praktische Hilfe als die leidige Wortherkunftsdebatte die Frau Birgit Kelle in ihrem ideologische Kampf stĂ€ndig in die Debatten schmeißt. (Toleranz kommt von lat. tolerare – ertragen erdulden und Akzeptanz von lat. accipere fĂŒr gutheißen)

Wenn ich andere nur erdulde bin ich auch nur vom Wortsinn her tolerant. Einen respektvollen Umgang, den man eigentlich umgangsprachlich unter tolerieren versteht, stellt man sich doch weniger leidend vor.
Toleranz als 'sich nicht aus der Bahn werfen lassen' eröffnet mir da doch schon mehr Möglichkeiten. Solche Toleranz wird sogar gern mal genutzt und ausgereizt. Zum Beispiel beim Tempolimit und Messungen dessen Einhaltung (Blitzer und Radar'fallen').

Dazu muss man zunĂ€chst einmal sich seiner selbst klar und bewusst sein. Wo stehe ich?  EinflĂŒsse haben dann viel weniger Wirkung. Ein festverwurzelter Baum fĂ€llt nicht im Wind. Aber um nicht zu brechen muss er auch flexibel sein. Sich biegen können - aber immer wieder wissen, wie seine eigentliche Position ist, damit er zurĂŒckkehren kann.

Tolerant = stark/intolerant = schwach . JA ABER
„stark“ und „schwach“ sind zwar hier zu zutreffende GegensĂ€tze aber es sind nicht wertende Begriffe. Starke Verben sind ja auch nicht besser als schwache, sie können nur LautĂ€nderungen besser verkraften ohne Bedeutungsverlust. Deswegen kann auch Paulus von Starken und Schwachen sprechen und beide gleichwertig sehen und beide zur gegenseitigen Akzeptanz ihrer Toleranzbereiche aufrufen. Wir mĂŒssen hinnehmen (so wird akzeptieren heute meist verwendet) das es andere Menschen, Grenzen und Wege gibt. Und wenn wir lernen dies sogar gutzuheißen haben wir einen riesigen Gewinn.

6+ 3=9
but so does 5+4
anders heißt nicht unbedingt falsch


Dennis Michalke (40 J.)
erkennt immer wieder beschĂ€mt, dass seine Vorurteile mehr ĂŒber ihn selbst Aussagen als ĂŒber den anderen

Dienstag, 5. Februar 2013

'Kurze' Reflexion zu öffentlicher Ironie

Ein Verein der auf diesem blog nicht verlinkt werden möchte, hat eine Petition an den deutschen Werberat gestartet.

Einer der Kritikpunkte ist, dass die meisten Meldungen ĂŒber verwerfliche Werbung die an den deutschen Werberat gemacht werden, mit der Kategorisierung „es handelt sich bei der Werbung um Ironie“ von diesem entkrĂ€ftet werden.
Man fragt sich wozu der Werberat (eigentlich freiwillige moralische Aufsichtsinstanz der Werbewirtschaft) existiert, wenn Meldungen so pauschal mit einem Hammer-Argument vom Tisch gefegt werden. Klar, sachlich ist das Argument Ironie augenscheinlich nicht falsch, aber Standpunkte lassen sich am besten an ihren RĂ€ndern prĂŒfen. Sprich, wenn man es konsequent zu Ende denkt oder ins Extrem ĂŒberspitzt, werden Schwachstellen sichtbar und man kann sehen, ob eine Theorie haltbar sein kann.

Also: Wenn der Werberat fragwĂŒrdige Werbung mit Ironie entschuldigt, wie wĂ€re es dann, wenn die FSK alle Filme frei gĂ€be, weil jede Grausamkeit nur ein Special Effect ist???

NatĂŒrlich der Vergleich hinkt ein wenig, aber tatsĂ€chlich nur ein wenig und als Veranschaulichung war diese Übertreibung ja bewusst in Kauf genommen.

Übrigens, bei der FSK gab es echt solche Urteile: 'Tanz der Teufel' wurde vom Index genommen, weil die unmenschlich Dahingemetzelten ja keine Menschen, sondern Zombies seien und damit keine Menschenrechte innehĂ€tten und damit sei der Film nicht mehr unmenschlich grausam.(????)
PC-Spiele werden freigegeben, wenn die Unmengen von Blut statt rot grĂŒn verfremdet sind.

Hier schĂŒtteln viele den Kopf, bei der Ironie-Ausrede irgendwie nicht.

Nun was ist den Ironie und wie funktioniert sie?
In einer SchlĂŒsselszene der Filmkomödie „Tötet Mrs. Tingle“ erklĂ€rt Hellen Mirren in der Titelrolle: „Ironie ist das Gegenteil dessen, was ist oder was man erwartet.“ Das dĂŒrfte in etwa dem landlĂ€ufigen VerstĂ€ndnis entsprechen, dass offenbar auch der Werberat zugrunde legt.
„Ist ja nicht so gemeint!“ Diese Definition ist allerdings sehr verkĂŒrzt. Wenn ich erwarte morgen zur Arbeit zugehen, mich aber nachts ein Herzschlag trifft, ist das tragisch aber nicht ironisch.


Chiquitta Bananen: nur gelbe Bananen sind frisch – dabei sind reife Bananen immer leicht braun
Gillette: natĂŒrlich ist eine Rasierklinge dĂŒnner als ein Chirurgen-Skalpell, waren sie schon immer, ein Skalpell braucht seine stĂ€rke um die nötige StabilitĂ€t zu haben, wĂ€re es dĂŒnn wie ne Rasierklinge,wĂ€re es zu flexibel fĂŒr einen schnitt durch die Lederhaut.
Ohne Haftcreme fallen Gebisse raus – dann wĂ€re es einfach schlecht angepasst, Haftcreme hat eine andere Funktion etc.










Der Duden definiert die Ironie als Stilmittel wie folgt: „feiner, verdeckter Spott, mit dem jemand etwas dadurch zu treffen sucht, dass er es unter dem augenfĂ€lligen Schein der eigenen Billigung lĂ€cherlich macht.“

Das ist schon ein Unterschied.


Schauen wir uns diese Definition mal genauer an:

Also die Absicht ist das lĂ€cherlich-Machen, sprich eine Ablehnung dessen was man behauptet/darstellt. Deswegen ist eine humoristische Wiedergabe oder gar eine reine Überziehung an sich noch keine Ironie. TatsĂ€chlich macht die Absicht des Stilmittels die Ironie aus. Meine Übertreibung oben ist eine Hyperbel, vielleicht auch ein dumme Aussage und unpassender Vergleich, aber eindeutig keine Ironie. Selbst wenn ich dies nun entschuldigend behaupten wĂŒrde.

Der Duden zĂ€hlt Ironie zum „feinen“ Spott, weil „verdeckten“ Spott. Das bedeutet auch, dass dieser nicht jedem zugĂ€nglich ist, wie zum Beispiel ein plumper Witz ist. Deswegen wird Ironie vielleicht auch verwendet. Damit die, die Anspielung verstehen, die es sollen und die, die es nicht sollen eben nicht. (meisterlich vorgefĂŒhrt im Film „Quo Vadis“ in den GesprĂ€chen die Petronius mit Nero fĂŒhrt). Wikipedia ergĂ€nzt nach der Übersetzung des griechischen Ursprungs (eironeĂ­a) mit „Verstellung“: „Damit verbindet der [sich verstellende] Sprecher dennoch die Erwartung, dass der wahre Sinn seiner Äußerung verstanden werde, wenn auch vielleicht nicht von jeder Person respektive nicht von jeder Person in vollem Umfang.“





Hieraus folgt eine erste Frage an den Werberat:

Kann man öffentliche Ironie gutheißen, da diese ja per Definition nicht von allen als solche verstanden wird?





Zumindest im ersten Moment soll die Ironie von niemandem als solche erkannt werden, sondern erst auf den zweiten Blick, sonst könnte man sich diese rhetorische Finte ja auch sparen und gleich Tacheles reden.

Man muss sich Fragen wer sind die die es nicht verstehen (sollen)?





Wenn der Duden von „augenfĂ€llig“ schreibt, ist es der Zielgruppe, also denen die es verstehen sollen, somit klar zu werden, dass es sich um eine Verstellung handelt. Wie geschieht das?

Zu diesem Vorgang, worin die Verstellung besteht und wie sie als solche entlarvt wird, schreibt Wikipedia: „Die ironische Äußerung verstĂ¶ĂŸt gegen geteilte WissensbestĂ€nde, von deren Geteiltheit Sprecher und Adressat wissen“.

Sprich Ironie funktioniert nur in einem Kontext. Der Redner muss einerseits wissen, dass der Zuhörer weiß was die Wahrheit ist und andererseits muss der Redner auch wissen, dass der Zuhörer weiß, dass auch der Redner die Wahrheit kennt.

Deswegen ist Ironie auch kaum unkommentiert zu zitieren besonders von Unbekannten.




Wenn man bekannte Feministinnen mit einem Chauvi-Spruch zitiert, werden die meisten es berechtigterweise fĂŒr Ironie halten. Wenn eine unterdrĂŒckte Stepford-Wife das sagt, muss man genau prĂŒfen, ob das ihre Meinung ist oder doch Ironie. Der Tonfall könnte es verraten - aber bei Druckerzeugnissen ist das fast unmöglich! Und wenn ein bekannter Macho das Gleiche sagt wird es wohl wirklich seine Meinung sein. Zumindest wird das unterstellt.





Bei Ironie in der Öffentlichkeit muss man davon ausgehen, dass viele Hörer nicht das notwendige Wissen teilen. Weswegen Ironie in der Öffentlichkeit immer ein Risiko ist.





Zur Öffentlichkeit gehören eben alle. Auch Kinder!

Kinder können aufgrund fehlendem Hintergrund-Wissen Ironie erst spĂ€t, frĂŒhestens Schulalter, als solche erkennen. Auch weil, neben den fehlenden Kontext-Informationen, ihnen das Konzept von wahr und unwahr erst nach und nach klar wird – nicht alles ist so wie es aussieht. Kleine Kinder nehmen sehr direkt wahr und interpretieren genauso. Klar das Konzept wahr und unwahr lernen sie schon weit vor der Schule, aber das dies eben ein Lernprozess ist, verstĂ€rkt die UnfĂ€higkeit des Bewertens und des noch fehlenden Bewusstseins, dass alle Botschaften mit Hintergrundwissen abgeglichen werden mĂŒssen: Wem kann ich trauen, wer verfolgt andere Ziele - und spĂ€ter auch aus welcher Motivation.





Das fĂ€llt ja schon Erwachsenen schwer. Gerade bei Werbung! Was gibt es nicht alles fĂŒr WerbelĂŒgen:


Ohne WeichspĂŒler verlĂ€sst dich der Ehemann und ohne Milchschnitte wird mein Kind keine Sportlerin und mit Pril hat jeder Spaß am Abwasch.





Wie sollen dann Kinder wissen das Werbung eben Werbung ist und kein Bildungsfernsehen. (Werbung ist oft aber als Pseudo-Infoclip auf gezogen.)





Wenn Ironie fein und versteckt ist muss man theoretisch die Ernsthaftigkeit einer solchen Aussage in ErwĂ€gung ziehen können. Sprich Ironie muss das berĂŒhmte Körnchen Wahrheit oder noch besser eine anerkannte Annahme beinhalten, die man damit versucht lĂ€cherlich zu machen.





Wenn wir sexistische Werbung also als Ironie einstufen, könnte diese tatsÀchlich die Meinung der Werbenden widerspiegeln, aber wir gehen davon aus, dass diese Menschen nicht so denken. Wir unterstellen ihnen eine andere Meinung.

Warum eigentlich? Halten wir Firmen die Kinder in Bangladesch ausbeuten oder Arbeiter in China fĂŒr moralisch so edel, dass sie keine Sexisten ein können?





Und wie soll das ein Kind erkennen?

Wenn ein Erwachsener eine solche Werbung sieht, wird diese sein bereits vorhandenes Weltbild nur wenig erschĂŒttern, aber Kinder, die gerade die Welt entdecken und alle Infos aufsaugen und adoleszierende Jugendliche, die sich gerade selbst finden und ihre eigene Meinung aus dem Berg des Angebotenen bilden, brauchen Schutz.

Öffentlichkeit (öffentlicher Raum) ist eben öffentlich - und damit gehören auch alle dazu - auch die UnmĂŒndigen, die die anfĂ€llig sind und eben die Kinder.





In der Öffentlichkeit mĂŒssen diese durch die Allgemeinheit geschĂŒtzt werden.


Eigentlich sollte ein Werberat dies also tun oder?

Die Petition will ihn dazu bringen seine Aufgabe endlich wahrzunehmen!



Donnerstag, 31. Januar 2013

bowdlerize ad usum Delphini bleibt fragwĂŒrdig

es beleibt die Frage was sind die Kriterien und damit Grenzen des bowdlerisens.

darum hierzu demnÀchst einiges konstruktives mehr von mir

bis dahin:


Sonntag, 20. Januar 2013

macht sie zu starken Kindern - und schwÀcht sie nicht durch gelebte Feigheit

Was soll diese Umschreibdebatte von KinderbĂŒchern? muss ich jetzt auch die Ansprachen von M.-Luther King umschreiben, um die Rechte der Afroamerikaner (vor ihm) zu schĂŒtzen? Ich verstehe das Anliegen, aber was macht diese Überarbeitung besser als die legendĂ€re Große Kastration von Pius IX? ist das nicht ein Ă€hnlicher Kulturschaden wie der Refomatorische Bildersturm oder die Statuen-Sprengung der Taliban. MĂŒssen wir jetzt Shakespeare umschreiben,(Othello der Afrovenezianer - weil Mohr von Venedig nicht geht?). Auch eine Amputation um der Gesundheit willen ist eine VerstĂŒmmelung. Man muss den Nutzen mit den Schaden abwĂ€gen. Und was sind uns die KulturgĂŒter wert? Darf man zu schnell Amputieren bevor man andere Wege prĂŒft nur weil ab und ausschneiden einfacher erscheint. Kinder sind bei guten Erziehung und Versorgung mit ihren KinderbĂŒchern nicht allein (anders als zum Beispiel bei omniprĂ€senter Werbung). Mit dem ersetzen von Worten wie traditionell "JHWH" im Judentum oder "Voldemort" in der britischen Zaubererwelt, umgeht man doch nur einer sinnvollen Auseinandersetzung die auhc mal schwer sein kann. Orwellsche NeuSpech galt bis vor kurzen noch als kulturelle Dystropie wird aber mittlerweile von einigen Aktivisten aus dem (mir sonst sehr nahem) linken Lager als Paradies gepriesen. (nicht umsonst nennt Orwell die Ausrichutung in '1984' "EngSoz"). Sprecht mit euren Kindern erklĂ€rt was euch stört und warum (oder könnt ihr es nicht benennen und erklĂ€ren und weißt deshalb aus und flieht). Brauchen wir also ein Miniserium fĂŒr Wahrheit (in dem Winston Smith alles auf political correcness hin umschreibt - damit es zukĂŒnftig unmöglich wird Gedankenverbrechen zubegehen? Oder wollen wir Freiheit zumindest in Gedanken (wie das alte Deutsche Revolutionslied besingt - oder mĂŒsste da dann nicht auch konsequenterweise in dem Lied ne AbĂ€nderung vollzogen werden? Also setzt euch mit der Literaur eurer Kinder auseinander (und euren eigenen Meinung) und lehrt eure Kinder so zu denken und macht sie zu starken Kindern. Der Wahrheit, und auch der Gerechtigkeit nĂ€hert man sich durch Diskurse. Festlegung dessen was man sagt und denkt limitiert die Freiheit und und sogar die Ermöglichung neues zu erkennen und wirklich (im Sinne von wirksam/wirkmĂ€chtig und damit nachhaltig) korrigierbar zu sein. So verstehe ich auch Karl Popper der mit seien kritischen Rationalismus sich gerade fĂŒr Menschenrechte und Gerechtigkeit stark machte. Ihm ging es darum das Denken zu befreien, dazu gehört fĂŒr ihn gerade auch das Trennen von geliebtem Alten. Aber eben zum Zweck das Denken zu befreien und damit UnterdrĂŒckung und Ausgrenzung vorzubeugen oder zu bekĂ€mpfen. Wenn wir uns mit den Kindern auseinander setzen, lernen sie kritisches Denken und sie lernen zu unterscheiden. Wenn ich mich mit dieser Auseinandersetzung mit meinen Kindern stelle, lernen sie die berechtigten Fragezeichen wahrzunehmen und auch zu ĂŒbertragen auf anderen Idiome und Aussagen. Dem sollten wir nicht durch literarische Gedankenpolizei aus dem Weg gehen. Klar macht MĂŒhe, lohnt sich aber fĂŒr uns selbst und vor allem sollten uns die Kinder diese MĂŒhe wert sein. Denn wir brauchen starke Kinder die eine Meinung haben die sie vertreten können. Niemand der aus Angst unangenehmem flieht. FĂŒr starke BĂŒrger einer Starken zukĂŒnftigen Gesellschaft.

Samstag, 28. April 2012

selbstkritik?

"Der Fall Charles Taylor zeigt seit Jahren das die Unterteilung der Menschheit in Christen und Nicht-Christen wie sie besonders von den sog. Bibeltreuen in den USA (eigentlich mĂŒsste man sie als radikale bezeichnen was Kritiker auch tun) geprĂ€gt wird, und damit auch besonders die evangelikale frei-kirchliche Szene in Deutschland stilbildend beeinflusst, eine gefĂ€hrliche Reduzierung ist: Es gibt mehr Merkmale als Christ oder Nicht Christ zur Einteilung der Welt, und vor allem um eine wertigkeit abzuleiten. es ist eine typische Islamisierung (im polemisch negativen Sinn) christlicher Gemeinden, denn hier geschieht das, was die islamophoben christlichen Kritiker immer pauschalisierend vorwerfen: eine Zweittelung in 'Dar al-islam' und 'dar al-harb', die von dem Großteil der Muslime so gar nicht geteilt wird. Wie sehr an dieser dichotomen Kategorisierung festgehalten wird zeigt sich, darin, dass, wenn durch jemand wie Taylor oder Breivik diese Einteilung in Frage gestellt ist, diesen Personen einfach das Christsein abgesprochen wird, nur um an dieser Weltaufteilung krampfhaft fest zuhalten." na Lust darĂŒber zu diskutieren?