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Montag, 20. Februar 2012

Baut dem Herrn ein prächtiges Haus! oder Ein Fundament nutzen braucht keinen Fundamentalismus


Folge III:

Der Fundamentalist schaut aufs Fundament – das Haus entsteht jedoch darauf

Ich habe versucht zu zeigen, dass es sich der Fundamentalismus zu einfach macht und genau deswegen am Willen Christi vorbei manövriert.
Und das es bei dem Gleichnis vom Hausbau nicht um das Fundament geht, sondern um kluges, vielleicht sogar weises Verhalten.

Solches Verhalten ist doch oft so radikal, dass es auf Widerstand stößt und von so manchen diskreditiert wird. Da ist doch der Fundamentalismus ein guter Standpunkt und meine vorgehenden Ausführungen nur spitzfindig. Die gute Lehre und das was ich im Geist daraus gutes hervorhole ist doch ein gutes Fundament wenn ich alles richtig mache. Und auf dieses Fundament kann ich mich berufen und wenn das als Fundamentalismus bezeichnet wird, dann wird mit der Zeit schon der Begriff so positiv verstanden werden, wie ich es bereits tue. Oder?

Nun in Neuen Testament steht natürlich auch an anderer Stelle etwas von dem Fundament auf dem ein Christ steht. „Ich habe darauf geachtet, diese gute Botschaft nicht dort zu verkündigen, wo er schon bekannt war, um nicht auf einem fremden Fundament zu bauen.“ (Röm 15,20) Paulus hat auf seinen Missionsreisen Fundamente gelegt. Darauf bauen also die Gemeinden und die einzelnen Christen auf.
Das ist wichtig zu sehen: In unserem Glauben, der ja ein Prozess ist, da wir immer weiter darin wachsen, wie eben auch ein Haus emporwächst - nur das wir zu Lebzeiten nicht fertig werden mit den Bau und Innenausbau und dekorieren etc.

Der Glaube ist kein ankommen, sondern ein Weg“ hören wir von Martin Luther. Der Fundamentalist wähnt sich schon angekommen. Er weiß, wie es zu sein hat und zwar recht genau. Kein Hinterfragen, keine selbstkritische Prüfung seiner Ansichten.
Noch einmal zitiere ich Ecos Held William von Baskerville: „Der Teufel ist nicht der Fürst der Materie, der Teufel ist die Anmaßung des Geistes, der Glaube ohne ein Lächeln, die Wahrheit die niemals vom Zweifel erfasst wird“
Thomas von Kempten schreibt in seiner „Nachfolge Christi“:
Wir dürfen auf uns selbst nicht allzu sehr vertrauen“ denn „Oft kommt es uns auch gar nicht zum Bewusstsein, wie blind wir innerlich sind. Und oft machen wir unsere Sache schlecht und verschlimmern sie noch, indem wir unsere Schuld abstreiten.
Wenn uns zuweilen die Leidenschaft antreibt, so halten wir dies schon für göttlichen Eifer“

Der Fundamentalist zweifelt nicht, wer zweifelt wirkt nicht wie auf Fels gebaut. Wer nur ein Fundament hat, der tut recht daran an nichts was er hat zu zweifeln. Aber wer ein Haus darauf Bauen will der sollte sich schon ständig fragen, entspricht das Haus den (wachsenden) Anforderungen?

Wer ankommt bleibt stehen. Und da die Welt sich unter im weiterdreht fällt er zurück. Dabei ist es egal ob man nach Westen oder Osten läuft, es geht nicht um die planetarische Drehung, sondern darum das die Welt im Wandel ist.

Weil es geschrieben steht“ Soso, aber vieles steht nicht geschrieben. Denn das wesentliche ist für die Augen unsichtbar – schreibt Saint-Exupery in seinem 'Kleinen Prinzen' in Anlehnung an den Hinweis Gottes an Samuel (1.Sam 16, 7). Liebe beweist sich weder in der Befolgung des geschriebenen Ehevertrags (ein durchaus passendes Bild für die Bibel), noch der ausgesprochenen Wünsche, sondern dem was ungesagt blieb und dennoch befolgt wird. Ich bin schon darauf eingegangen als ich darlegte, das nicht das was geschrieben steht des Pudels Kern ist, sondern die Auslegung. Und das das Mühe macht darauf habe ich hingewiesen.

Wenn nun alles Auslegungssache ist und im Wandel, dann ist doch alles hinfällig. Nein, denn genau das ist die Mühe der sich der Fundamentalist verweigert. Etwas vorzufinden und unbearbeitet zu verwenden oder zu kopieren, ist einfach, aber zu schauen was ist es was dieses ausmacht, was ist ein Wesen, seine Substanz,möglicherweise auch seine Struktur das lässt uns daran festhalten. Ein Stück gutes festes Holz kann ein Bretterverhau sein, wenn es vor die Tür genagelt wird oder ein zweckdienliche, schöne edle Holztüre. Zu dieser muss es aber verarbeitet werden, dazu wird das Holz nicht verfremdet, ein guter Tischler wird das Holz seiner Natur seinem Wesen entsprechen bearbeiten. Er untersucht seine Maserung, seine Struktur und Schwachpunkte und Stärken. Und wenn er eine schöne Besonderheit findet, baut er diese aus und
daraus entsteht eine herrliche Verzierung. Vielleicht stellt er aber auch fest, das das Holz als Tür ungeeignet ist und so nimmt er ein anderes. Aus dem Stückholz macht er dann lieber ein Fensterrahmen oder eine Tischplatte, möglicherweise sogar einen Altar.
So ist es mit den biblischen Wahrheiten, sie stehen unverrückbar, passen aber nicht immer so in die aktuelle Situation wie wir uns das vorstellen. Es ist nicht in Jesu Sinne solange mit dem Holzstück vor den Türrahmen zulaufen, bis der Türrahmen nachgibt und das Brett reinpasst.
Wer jetzt bei diesem Bild denkt – o Gott der will die ganze Bibel auseinander nehmen und zurecht stutzen, der hat es nicht verstanden.
Wer mich so verstanden hat, dem muss dieses Bild sehr falsch vorkommen, aber es passt besser als ich selbst zu Beginn dachte:
Es geht nicht darum biblische Aussagen so lange zu beschneiden bis sie passen. Ein guter Tischler sucht lange nach dem richtigen Stück Holz, dem Stück, in dem die Tür drinsteckt, und die arbeitet er dann heraus.Wir kennen das von der Bildhauerei – der Künstler geht mit dem Material in „Dialog“, und arbeitet das das Kunstwerk heraus was in den Holzklotz oder dem Steinblock längst schlummerte. Er befreit es würde mancher enthusiastisch sagen.
Selbst Michelangelos David entstand so: Michelangelo entwarf, suchte dann lange nach einem geeigneten Marmor und noch viel länger nach einem geeigneten Block daraus. Und am Ende bestimmte nicht nur der Entwurf, sondern auch die erst bei der Bearbeitung detailliert zu Tage getretenen Beschaffenheit und Struktur die endgültige Form des Kunstwerks.

So ist das gemeint! Ein Fundamentalist ist gewohnt den Stein den er vorfindet zu nehmen und hinzu knallen. Basta. Unverrückbar. Weil es geschrieben steht! Wegen dieser Gewohnheit kann er einem Stück Holz auch nur eine Form verpassen die er im Kopf hat. Dabei wird das Stück Holz tatsächlich entstellt. Und darum versteht er auch jedes Arbeiten mit der biblischen Aussage als Verfälschung dieser, weil er nur den falschen Weg kennt.
Die richtige geistige Umgang mit den Wahrheiten die die Bibel kennt um damit das Glaubenshaus oder den Tempel zu bauen kostet Zeit und Mühe. Handwerkliche Ausbildung wie Material- und Werkzeugkunde und Technik – aber auch Geduld und Arbeit beim eigentlichen Anwenden der Bibel.

Für ein Fundament gilt das, unverrückbar unflexibel sonst erfüllt es seinen Zweck. Jesus sagt aber auch: „Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein. Denn wer unter euch, so er einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er’s habe, hinauszuführen?
Auf daß nicht, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht zu vollführen vermag, alle, die es sehen, anfangen, seiner zu spotten, und sagen: Dieser Mensch hob an zu bauen und hat es nicht zu vollführen vermocht.“ (Luk 14, 27ff)
Beim gelebten Glauben ist ein Fundament nur der Anfang der gelegt wurde, das Wesentliche ist das Haus oder der Turm der in die Welt hinaus strahlt...

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

lokke, du gefällst mir
wie kriegst du deinen geist eigentlich zur ruhe, zb nachts?

lokke hat gesagt…

aber so lange du dich nicht outest bleibst du mir unbekannt - da nicht einortenbar
cherio